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Archiv für den Monat April 2015

GEDANKEN ZUR ARBEIT VON FRIEDERIKE HOMOTH

 
Textauszüge einer Rede von Beate Pohlendt anlässlich der Ausstellungseröffnung von
„ORTE und ZEITEN“, 2007 im LI Hamburg

Friederike Homoth erkundet die sie umgebende Stadtlandschaft. Häufig arbeitet sie dafür Fragmente, die einen Ort bezeichnen, zum Beispiel ein Stück Stadtplan, in ihre Bilder ein, um sie mit Dingen, die für sie einen Ort ausmachen, zu kombinieren. – Etwa Gegenstände, wie eine Mülltonne oder prägnante Stellen, wie zum Beispiel ein bemoostes Stück Boden, die dort vorkommen und an die sie sich erinnert…

Sie nennt ihre Arbeiten Platzhalterbilder. Sie wirken für sie nach dem Pars pro toto – Gedanken. Die Darstellung eines Objekts oder eines Aspekts eines Objekts steht für den Ort. Die Orte sind unspektakulär – z.B. ein Ausblick aus dem Fenster auf eine Hauswand und ein Stück Himmel…

Mit einem entspannten und nicht vom Wollen getragenen Blick entdeckt Friederike Homoth das Bild in der Landschaft. Diese ist (allenfalls) für sie persönlich mit Bedeutung aufgeladen. Wichtig ist aber nicht, dass der Betrachter die Bedeutung liest, sondern dass er die Bilder wiederum mit seinen eigenen Blicken und Befindlichkeiten füllt.- Insofern ist Friederike Homoths Malerei getragen von der Idee, dass es ein universelles Empfinden gibt, dem durch eine universell wirksame Bildsprache Ausdruck gegeben werden kann – in der Art eines bescheiden vorgetragener Expressionismus. Expressionistisch im Glauben an das Prinzip, bescheiden, weil auf die großartige Geste verzichtet wird. Allerdings entsteht die Universalität nicht durch das Konzept, sondern durch immer neue Augenarbeit. Insofern handelt es sich um pure Malerei…

Seit mehreren Jahren werden ihre Arbeiten klarer, härter und schärfer. Statt des Pinsels wählt sie häufiger die Schere, statt des Bleistifts den Kopierer, das pars pro toto – Prinzip wird auch technisch – durch die Collage – gedeutet. Sie malt auch weiterhin auf Leinwand, nimmt aber zunehmend das Landschaftliche zurück und verdeutlicht das Bildhafte, formuliert das Bild als Objekt