… an einem der dreitausend masurischen Seen

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Es sind ruhige Bilder, zart, mit zurückhaltender Farbigkeit im kleinen Format.

Sie zwingen sich dem Betrachter nicht auf. Auf Plätzen, Brücken und an Brüstungen gelehnt sehen wir Menschengruppen und Einzelne. Wer gehört zu wem? Einzeln oder allein? Raum?

 

Friederike Homoth entdeckt ihre Protagonisten vor Ort. Sie sind unterwegs, sie halten sich auf. Die Künstlerin nimmt die Rolle der Beobachterin ein, dann holt sie die Situationen in ihr Atelier.

Hier isoliert sie die Figuren mit der Schere, befreit sie vom Konkreten. Die Kontur der Silhouetten wird zur Spiegelachse von außen und innen. Raum springt in die Figur – Figur verdrängt Raum. Positiv und Negativ geraten durcheinander.

Inzwischen ist aus der Beobachterin längst eine Regisseurin geworden: Sie experimentiert mit den Figuren auf der freien Bildfläche, schiebt, beobachtet wieder, setzt alles neu zusammen, schafft neue Bezüge und Beziehungen und fixiert schließlich.

 

Was bleibt, ist eine Collage aus Farbflächen und Auslassungen, scherenschnittartigen Figuren. Die Stadtlandschaft, reduziert und zersplittert in einzelne Fragmente, dringt in die Figuren ein oder verschwindet fast. Oft bleibt nur eine Ahnung von Raum. Diese räumlichen Andeutungen antworten nicht mehr auf die Frage „Wo“, sondern auf die Frage „Wie“. Sie erzeugen im Betrachter einen subjektiven Raum. Was in den sehr reduzierten Kompositionen aussieht wie eine Übung zur Perspektive, eröffnet über die Gruppierung der Bildelemente Fragen nach der Kommunikationssituation und dem Beziehungsgeflecht der Figuren. Die dargestellten Situationen sind dem Augenblick, dem Absoluten entrissen und Möglichkeit geworden.

Und wieder, diesmal in dieser neuen, offenen Dimension: Wer gehört zu wem? Ist dieser einzeln oder allein? Raum?

 

Statt einer Antwort setzt Homoth diesen Fragen eine poetische Kraft entgegen.

 

Es sind ruhige Bilder. Zart, mit zurückhaltender Farbigkeit im kleinen Format. Sie zwingen sich dem Betrachter nicht auf. Eher scheinen sie von einer Erinnerung zu erzählen, die auch meine sein könnte.

 

Christine Gelhausen

 

 

 

Im Dezember findet in Hamburg die Veranstaltung „POSITION. Forum Ausstellung“ statt.

Auch ich bin mit einem künstlerischen Beitrag vertreten. Die Veranstaltungsreihe wird vom BBK Hamburg im 5. Jahr ausgerichtet.

Die Ausstellung findet in der Fabrik der Künste, Kreuzbrook 10/12, in Hamburg vom 9.12. bis 18.12.2016 statt.